Geschichte

Russisch Blau – Historie

Katzen bergen ein Geheimnis. Ihre Geschichte geht weit zurück, sogar bis zu den Wikingern im achten Jahrhundert, die damals schon das plüschige Fell zu schätzen wußten.
Heute fühlen sich immer mehr Menschen von diesem Minipanther im blauen Kleid, mit ihren grünen Augen, die wie Smaragde ihr hübsches Gesicht verzieren, angezogen. Nicht nur die russischen Zaren waren ganz verliebt in diese so außergewöhnlichen blauen Katzen. Eine kostbare Schönheit, die immer mehr Menschen in ihren Bann zieht.
Zwar ist die Russisch Blau noch längst nicht so verbreitet wie manch andere Katzenrasse, aber den exklusiven Kreis ihrer Züchter und Liebhaber stört das wenig.
Denn die meisten Besitzer machen die Erfahrung „Einmal Russe immer Russe!“.
Die Russisch Blau kann mit ihrem unvergleichlichen Charakter, der zusammen mit ihrem äußeren Erscheinungsbild etwas ganz besonderes darstellt, jeden Katzenfreund „süchtig“ nach ihr machen.

Wie es heißt, soll nicht nur ihr Fell, sondern auch ihr Blut rein „blau“ sein. Dies soll uns sagen, dass diese Katze auch am Zarenhof ihre Liebhaber hatte. Als kaiserliches Geschenk kam auch ein Pärchen an das Königshaus in England. Überall wo diese Katze auftauchte ob in England – Dänemark – Spanien – Italien um nur einige zu nennen,
jedes Land beanspruchte diese Katze für sich und gab ihr dann auch einen eigenen Namen, so kam es auch, dass sie einmal “ Kapuziner“ ein anderes mal „Malteser“ oder gar Archangelsk Katze genannt wurde.
Sie hatte viele Namen, bis man sich so um das Jahr 1900 weltweit auf den Namen „Russisch Blau“ festlegte.

Natürlich sanft und geheimnisvoll

Die Russisch Blau liebt zurückhaltende Menschen. An Trubel liegt ihr wenig, lärmende Kinder verabscheut sie.
Man kann ihr Wesen als sensibel oder zurückhaltend und nicht aufdringlich bezeichnen, sie ist sanftmütig und freundlich, doch dabei darf man jedoch das in ihr innenwohnende ererbte Temperament nicht verkennen das sie aus früheren Zeiten bewahrte.
Ein Russlandreisender der 1919 in Murmansk mehreren Russisch Blau Katzen begegnete berichtete später „In dieser nördlichen Gegend gibt es zahlreiche Katzen. Alle hatten dieselbe wunderschöne blauschimmernde Farbe, und alle waren zutiefst erschrocken über uns Fremde. Nicht einmal mir als erfahrenem Katzenfreund trauten diese Russenkatzen.“ Offenbar besitzen sie noch mehr naturhaftes Temperament als diejenigen, die sich hier in England herabließen und die hier menschliche Gastfreundschaft in Anspruch nehmen.
Obwohl sie zur Furie werden kann, wenn sie sich angegriffen oder sich in die Enge getrieben fühlt, verhält sich diese sensible Katze eher schüchtern. Sie ist anschmiegsam und furchtlos, gesprächig, aber nicht laut. Fremden geht sie sehr oft aus dem Wege.
Ihrem Menschen aber ist sie zärtlich zugetan. Sie ist anhänglich und treu. Die Russisch Blau ist eine der ältesten Naturrassen der Welt! Was die Egyptian Mau im Süden unserer Welt, ist die Russisch Blau im Norden.
Die Blaue Russin selbst schweigt dazu mit gleichsam lächelndem Gesicht. Worüber sie lächelt, hat sie noch niemandem verraten. Sie zieht es vor, jene rätselhafte Katze zu bleiben, der man besser nicht ungefragt zu nahe tritt. Sanft und edel, doch zugleich wild und naturhaft, zeigt sie sich zurückhaltend, scheu wie auch anschmiegsam. Ihr katzenhaftes Wesen vereinigt alle Gegensätze und ungelüftete Geheimnisse auf ganz besondere Weise. Und das ist gut so. Schon immer übte das Geheimnisvolle auf uns Menschen eine größere Anziehungskraft aus als die nackte Wahrheit.

Ihre alte Heimat

Nach heutigem Kenntnisstand kann man den Weg der Russisch Blau bis in das 8. Jahrhundert zurückverfolgen.
Sie war bereits damals in den nördlichsten Gebieten von Nordnorwegen, Nordfinnlands und in einigen Nordrussischen Gebieten beheimatet.
Selbst die Wikinger hatten für die blauen „Russen“ eine Vorliebe.
Sie war nicht nur Passagier auf deren Schiffen, sondern sie war auch deren Pelzlieferant für diverse Kleidungsstücke, was noch heute nachweislich belegt ist. So liegt die Vermutung nahe, dass es die Russisch Blau Katze bereits um 830 / 840 gab.
Ob es ebenfalls Russisch Blau Katzen waren, die den goldenen Wagen der Erdmutter Freya aus der nordischen Sage zogen oder ob es vielleicht doch die Vorläufer der Norwegischen Waldkatzen waren, die sich vor den „Wagen“ spannen ließen … keiner kann es heute mehr mit Bestimmtheit sagen.
Ein schöner Gedanke ist es sicherlich! Ihre Beziehung zu Russland zeigt auch eine Meldung von Alexander Iwanowitsch Fomin, der vor mehr als 200 Jahren einen Bericht an die Akademie der Wissenschaften in St.Petersburg sandte, dass „ungewöhnlich schöne Katzen mit silberblauem Fell im Gouvernement Archangelsk heimisch sind“.

Auf Schiffen und Planwagen um die halbe Welt

Noch vor der ersten Jahrtausendwende kamen die ersten „Blauen Russen“ durch Handelsreisende mit ihren Planwagen und den Wikingern, die ja bekanntlich ein reise- und eroberungsfreudiges Volk waren, mit ihren Schiffen in die westliche Welt.
Die Russisch Blau wurde dadurch entlang der traditionellen alten Handelsstraße von diesen in viele Länder gebracht.
Die blauen Katzen aus Russland handelten sich auf diese Weise viele noch heute bekannte Namen wie z.B. „Malteserkatze“ oder auch „Spanisch Blau“ und Archangelsk Katze ein.
Letzterer Name sicherlich auch, weil England bereits im Jahr 1553 mit Handelsniederlassungen in Russland, darunter auch mit Archangelsk, Handelsbeziehungen hatten. Von diesem Hafen wurde nicht nur Holz, Pelze und Leder verschifft, selbstverständlich wurden diese Schiffe auch von Katzen begleitet, denn Schadnager gab es damals auch schon, die es galt, von der kostbaren Fracht fernzuhalten.
Durch das frühe Vorhandensein in England wäre es natürlich denkbar, dass die wesentlich später entwickelte British Blue nichts anderes ist als eine nachträgliche Variante der ursprünglichen Russisch Blau. Verbindungen sind wohl kaum von der Hand zu weisen.